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Sonntag, 4. Dezember 2016

tucking fypo


 In Lauren Bacalls empfehlenswerter Autobiographie By Myself (Coronet, 1979) sorgt die sympathische Autorin mit einem verlorenen Buchstaben für einen Satz der einen ins Grübeln bringen kann.
Nicht alle, aber sehr (S. 456):

 I remember Moss Hart saying you have to shake up your life very seven years - this was less than seven years, but a needed shake-up nonetheless.

Freitag, 2. Dezember 2016

Der Rächer entrechteter Männer....

...oder: Lieber Gott, lass diese Inhaltsbeschreibung satirisch gemeint sein.

Eigentlich sollte ich ja daran arbeiten mal wieder etwas mehr Rezimäßiges zu verfassen, aber ich lasse mich gerade (auch wg. Urlaub) lieber vom Internet ablenken.
Und da stößt man dann beim Stöbern auch gelegentlich auf solche Machwerke wie das untere. Geschrieben von einem aufrechten deutschen Traummann sollte man meinen wenn man sich so die Inhaltsangabe beäugt.
(Hervorhebungen im Text stammen von mir)


Kurzbeschreibung

Bereits bei der Partnerwahl hat die Frau das Sagen. Und nicht selten soll es ein Märchenprinz sein, der ein Sammelsurium an positiven Eigenschaften in sich vereint, Schwächen zu haben, sollte er sich lieber nicht erdreisten. Kein Wunder, daß bei solch überzogenen Erwartungen mancher heimischer Mann auf der Strecke bleibt. Die ruhigeren, zurückhaltenderen und klassisch gebildeten Männer gelten oft als langweilig, werden leichter angefeindet als dass sie die Liebe finden, doch auch manche Frau bleibt als Folge verfehlter Kriterien weiblicher Wahl (sexueller Selektion) allein. Das Partnerinnenproblem wird durch den derzeitigen Massenimport männlicher Fremder massiv verschlimmert. Frauen wiederum müssen miteinander um die wenigen scheinbaren Traumprinzen konkurrieren, was sie selbst unter den Druck extremer Erwartungen setzt. Der Feminismus hat einen gehörigen Anteil an der Disharmonie von Mann und Frau. Beziehungen werden gewinnbringend zerbrochen. Doch wenn Ehen zerbrechen, verlieren beide. Es folgen oft Jahre der Ernüchterung. Dass am Ende keiner gewinnt, wenn eine Familie zerstört wird, wird von den Beteiligten häufig erst viel zu spät realisiert. Die männerfeindliche Stimmung im Land scheint jedoch keinen Frieden zuzulassen. Es müssen wieder natürliche Bezüge, mehr Harmonie und Mitgefühl zwischen den Geschlechtern geschaffen werden. Der Autor bricht eine Lanze für Verständnis und Akzeptanz seiner von Anfeindungen, Entrechtung und einseitiger weiblicher Wahl geplagten Geschlechtsgenossen, ihre unerfüllte Sehnsucht nach echter weiblicher Liebe, die mitfühlt und Anteil nimmt, statt egozentrisch zu fordern und Männlichkeit liebt, statt sie zu bekämpfen. Sein Werk ist ein hilfreicher Ratgeber für Männer und Frauen, die Seele des Anderen zu ergründen und den passenden Partner zu finden und zu halten.


Man(n) kann es kaum fassen, aber den oben zusammengefassten Dummstuss schafft der Autor tatsächlich auf über zweihundert Seiten auszuwalzen, zu dem kommt dann noch mindest ein weiteres Werk (Titel: Anmache - "dichterische Beschreibung von Zusammenhängen, die wir zu übersehen gewohnt sind.") in dem der nicht müde werdende Kämpfer für die (deutsche) Männlichkeit genau die selben Worthülsen verschießt.
 
 Die in Frage stehenden Zusammenhänge sind natürlich der böse Feminismus und die Bedrohung durch dunkle Fremde welche sich in Massen in "unser" Land und in die Herzen "unserer" Frauen drängen... es steht ja außer Frage das Deichmoles Geschlechts Gesinnungsgenossen jede Hilfe brauchen werden der sie habhaft werden können, sollten sie sich (was Gott verhüten möge) je verpaaren wollen, nur ob sich über selbstbewusst entscheidende Frauen und, man muss es annehmen sexuell attraktivere, "Fremde" zu ereifern ihnen dabei eine Hilfe sein wird?

Aber ich denke da werden ich mir kaum ernsthafte Sorgen darum machen müssen und kann beruhigt auf weibliche Intelligenz und daraus resultierender sexueller Selektion bauen. :D

Mittwoch, 23. November 2016

GoodReads strikes again

Vorab, ich mag GoodReads.

Nun das Aber:
Aber ich wundere mich schon seit längerem über deren Empfehlungs-Algorithmus, zum Beispiel wenn man mir die Novelisierung des X-Men Films empfiehlt, da ich The Annotated Sherlock Holmes in meinem currently reading führe - ich meine, klar, ist irgendwie völlig Logisch ... für irgendjemand, Programmierer oder so vermutlich.

Und heute stolpere ich doch tatsächlich über dies:



Eine sexy, dunkle Romanze... ich meine, klar, ist irgendwie völlig Logisch das so etwas in der Sparte Kinder Literatur läuft. Aus Romanzen entstehen ja bekanntlich Kinder, haben wir alle so in der Schule gelernt, und darüber wollen die lieben Kleinen dann bestimmt auch Lesen ...

Montag, 21. November 2016

The Sun is also a Star








The Sun is also a Star, Nicola Yoon
(Corgi Childrens, 2016)


Buchtext:
 Natasha: Ich bin ein Mädchen das an Wissenschaft und Fakten glaubt. Nicht Schicksal. Oder Träume, die nie wahr werden. Ich bin bestimmt nicht der Typ Mädchen welches auf einer bevölkerten New Yorker Strasse einen süßen Jungen trifft und sich in ihn verliebt. Nicht wenn meine Familie zwölf Stunden davon entfernt ist nach Jamaika Deportiert zu werden. Mich in ihn zu verlieben, wird nicht meine Geschichte sein.

 Daniel: Ich war immer der gute Sohn, der gute Student, erfüllte meiner Eltern hohe Erwartungen. Niemals der Poet. Oder der Träumer. Aber wenn ich sie sehe, vergesse ich das alles. Etwas an Natasha lässt mich denken dass das Schicksal etwas außergewöhnlicheres zu bieten - für uns beide. 

 Das Universum: Jeder Moment in unserem Leben hat uns zu diesem einen Moment transportiert. Eine Million Zukünfte liegt vor uns. Welche davon wird wahr werden?



 Entgegen Natashas Ausführung, bietet Nicola Yoon eine typische Junge trifft Mädchen Geschichte. Sich in Daniel zu verlieben ist genau ihre Geschichte.
Denn als der Sohn koreanischer Einwanderer Natasha in Folge eines Zwischenfalls mit einem kürzlich Erleuchteten erblickt, nimmt er einen Deus ex machina* Aufdruck auf ihrer Jacke als Zeichen und folgt ihr - entschlossen sie dazu zu bringen sich in ihn zu verlieben. Natasha, die sich bemüht sich und ihre Eltern vor der bevorstehenden Deportation zu bewahren, ist verständlicherweise zunächst wenig angetan von Daniels werben. Doch Daniels Hartnäckigkeit und eine Reihe von Zufällen bringen irgendwann auch die Bodenständige Natasha ins Grübeln, ob nicht vielleicht doch das Schicksal selbst hier seine Hand im Spiel hat.

 The Sun is also a Star wird erzählt aus der Perspektive von Natasha, Daniel und dem Universum, dabei nutzen die ersten beiden den Present Tense und das Universum führt uns durch Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft, füllt (leider nicht alle) Erzähllücken und bietet generell tiefere Einblicke in auftreten Nebenfiguren.
Dieser Perspektiven Mix funktioniert zu beginn des Buches sehr gut und vor allem das Universum bietet hier durchgehende Abwechslung. Der Wechsel zwischen Natasha und Daniel gibt zunächst Sinn doch zum Ende merkt man dann das sich die Stimmen der Beiden zu wenig unterscheiden und das ganze wurde (für mich) ab da zu einem eher etwas nervigen Gimmick das ein bereits nicht sonderlich starkes Finale noch weiter schwächte.

 Für mich stimmte die Chemie zwischen Daniel und Natasha nicht wirklich, die Autorin gibt uns keinen wirklichen Grund an Daniels Aufrichtigkeit zu glauben, wenn er sagt das er in Natasha verliebt ist, und gibt auch Natasha nur wenig Grund dies zu glauben, weniger noch zu erwidern. Hier wäre es eventuell hilfreich gewesen wenn das Universum uns nicht nur über die auftretenden Randfiguren, sondern auch ein wenig mehr über die Hauptfiguren aufgeklärt hätte. Seltsamerweise aber fallen in diesem Roman, in dem nicht alle Details von Wichtigkeit sind, viele Details unter den Tisch die für das bessere Verständnis womöglich  wichtig gewesen wären. Zum Beispiel, wenn Natasha auf ihren Ex trifft, bezichtigt sie diesen des Betrugs, worin dieser aber Bestand - überhaupt, worin die Beziehung der beiden zueinander genau bestand - bleibt im ganzen Buch offen. Man fragt sich warum uns das Universum einen Vortrag über Haare und deren gesellschaftliche Bedeutung hält, uns aber seltner Informationen zukommen lässt die zu unserem Verständnis der beiden "Liebenden" hätte beitragen können.
   

 Das mir das Buch ganz persönlich nicht so zugesagt hat wie erhofft, das gründet sich jedoch auf zwei ganz unterschiedliche, sehr persönliche Punkte.

 Zum einen kollidiert Nicola Yoons Idee vom sich verlieben stark mit meiner eigenen, offenbar laufen da unsere Erwartung und unser Erleben dieses wichtigen Lebensaspekts konträr gegeneinander, bei Yoon bekommt man das Gefühl sich zu verlieben ist für ihre Charaktere eine rein körperliche, von sexueller Anziehung geprägte Sache - vor allem ihr Held, Daniel, kommt in diesem Punkt sehr egozentrisch, nur auf sein eigenes Wollen bezogen rüber.

 Zum anderen bin ich mit grundsätzlich falschen Erwartungen an die Geschichte herangegangen, ich ging davon aus das Natashas bevorstehende Abschiebung aus den Staaten, ihr Leben als illegale Immigrantin eine zentrale Rolle Spielen würde. Tatsächlich ist dieser Punkt nahezu komplett nebensächlich - Nat hätte, um des reinen Trennungskonflikts wegen den die Autorin heraufzubeschwören sucht, auch einfach nur an eine Uni in einem anderen Staat gehen können.
 Hier fügt sich dann noch etwas hinzu das gerade vor dem Hintergrund der jüngsten Wahl von Donald Trump und dem damit einhergehenden impliziten Bekenntnis Amerikas zu offenem Rassismus und Xenophobie mir bei der weiteren Beschäftigung mit der Geschichte sauer aufstößt. Nats Eltern Reisen nicht aus einer Notlage heraus in die Staaten, sie folgen nur einem törichten Traum des Vaters und bleiben dann aus reiner Bequemlichkeit illegal im Land - etwas das ihnen im Buch überraschend Problemlos gelingt und nur durch eine Nachlässigkeit des Vaters auffliegt.

*Minor Spoiler*
 So findet die Familie nach ihrer Deportation auch sehr schnell wieder Halt und sie sind sozial sogar besser gestellt als sie zuvor je hätten hoffen können - warum sie sich der Strapaze eines Daseins als illegale ausgesetzt haben bleibt damit offen, doch zumindest klärt es warum die Eltern sich nicht die Mühe machen um ein Bleiberecht zu kämpfen.
*End Spoiler*


 Vermutlich wurden meine Erwartung auch durch Rainbow Rowells eleanor & park, welches ja mit einer nicht unähnlichen Paarung aufwartet, zu sehr in die Höhe geschraubt. Ich schätze The sun is also a star ist eben mehr New Adult, denn YA, und denke das zum Beispiel Fans von Colleen Hoover an dem Roman mehr gefallen finden werden als ich es tat.


* Der Gott aus der Maschine, ein Kunstgriff im Theaterwesen und der Literatur. 
An dieser Stelle womöglich von der Autorin vorgreifend als selbstironisches Augenzwinkern eingebracht, denn die darauf folgende Häufung unwahrscheinlichster Zufälle folgt genau diesem Prinzip des Deus ex machina.

Donnerstag, 10. November 2016

tucking fypo

Eigentlich hatte ich für diesen Monat keinen tucking fypo gefunden, aber da ist mir meine (zum niederknien schlecht Lektorierte) Tageszeitung zu Hilfe geeilt.

Nackte Richter? Nacktes Grauen in Deutschland!

Montag, 10. Oktober 2016

Cover Monday


 Der Cover Monday hat ein neues Zuhause gefunden, The emotional life of books ist umgezogen auf dancing raven.  Ab sofort wird der Cover Monday präsentiert von Moyas Buchgewimmel.

  Da Moya in ihrem Post ein Faible für asiatische Kunst zum Ausdruck bringt, bietet es sich an hier endlich ein Cover zu zeigen das mir vor längerer Zeit bei den BookSmugglers begegnet ist: Kojiki von Keith Yatsuhashi, erschienen bei Angry Robot. Das minimalistisch gehaltene Design, welches dabei keineswegs an Details spart, stammt von Thomas Walker.

 Ein Klick auf das Bild führt zur Angry Robot seite, von der aus man auch zur Seite des Künstlers gelangt, auf welcher sich das ganze noch besser betrachten lässt.

Montag, 3. Oktober 2016

tucking fypos


 Heldin Kate mag in Shirley Conrans Roman Lace (Penguin, 1982) in Schande heimkehren, aber ein fehlender Punkt erhebt sie dafür wenigstens zur Göttin (S. 278):

 Home. Oh, God  Kate dreaded breaking this news to her father. She could already hear him - 'So you made a mess of it? Let him make a bloody fool of you! You went all that way just to be made a bloody fool of, eh? I hope you realize that everybody's going to think you're a bloody fool.'