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Samstag, 9. September 2017

tucking fypos

 
  In Philip José Farmers Die Liebenden (Knaur, 1978) baute der Übersetzer eine in ihrem medizinischen Nutzen sehr fragwürdige Wortneuschöpfung (S. 139) ein, er wusste wohl nicht so recht was anzufangen mit dem englischen pad:

 Er zog die Nadel zurück, verrieb Alkohol über dem Einstich und legte ein kleines Müllpolster auf.

Sonntag, 3. September 2017

Blogparade: Außergewöhnliche Liebesromane


Blogparade ins Leben gerufen von: Sophia's Bookplanet
Stockphoto von Mirish auf Deviantart



Wie definiert man einen Liebesroman?
Anders als die Romance, welche in einem Happy Ever After (HEA) mindestens aber in einem Happy for now (HFN) enden muss, hat der Liebesroman keine festen Vorgaben dazu wo er enden muss. Ein Liebesroman ist im Kern ein jeder der Zentral um die (romantische) Beziehung mindestens zweier Personen angelt.

Wie definieren wir aber einen außergewöhnlichen Liebesroman?
Hierzu wird es sicherlich so viele Meinungen geben, wie es Leser gibt. Die im folgenden aufgelisteten Geschichten sind zum Teil eher frei den Liebesromanen zugeordnet, ich würde aber die darin beschriebenen Beziehungen alle als Außergewöhnlich einstufen.


 
  „Ich will hier raus“, hörte Hal Yarrow jemanden aus großer Entfernung murmeln. „Es muss doch einen Ausweg geben.“
Im Jahr 3050 haben sich nach einem verheerenden Weltkrieg die Machtverhältnisse in der Welt entscheidend verändert, Amerika ist nun Teil der Haijac-Union welche sich einer erzkonservativen Neo-Islamischen Religion verschrieben haben. Hier ist jeder Teil des Lebens streng reglementiert und überwacht. Doch aller Verheerung zum Trotz haben es die Menschen in nur wenigen hundert Jahren geschafft die Erde erneut zu Überbevölkern, und man sucht auf neue Welten auszuweichen.
 Für eine solche Mission wird der Linguist Hal Yarrow ausgewählt. Froh aus seiner lieblosen, arrangierten Ehe auszubrechen, und im Glauben der ständigen Überwachung entfliehen zu können nimmt er Teil an der vierzig Jahre Reise zum Planeten Ozagen um die Sprache der dort lebenden Bevölkerung zu Studieren – ehe diese von der Haijac-Union ausgelöscht werden um Platz für die Besiedlung zu schaffen. Doch auf Ozagen angekommen begegnet er Jeanette, einer menschenähnlichen Außerirdischen auf der Flucht, und begeht ein unvorstellbares Verbrechen an seiner Religion, er verliebt sich in sie.

 Lassen sie sich nicht vom Effekt heischenden Titelbild abschrecken, noch von dem was sie eventuell über Philip José Farmer als Autor oder zu seinen Geschichten gehört haben. Farmer war ein Vielschreiber mit qualitativ sehr unterschiedlichem Niveau, seine Geschichten reichen von Bemerkenswert bis „das muss er unter Drogeneinfluss geschrieben haben“.
 Die Liebenden ist ein frühes Werk des Autors, erstmals 1961 in Romanform erschienen, basiert es auf seiner 1951 erstveröffentlichten Kurzgeschichte. Obwohl scheinbar zeitweise in den Staaten verboten, wegen ’sexueller Freizügigkeit’, ist es ein sehr zurückhaltendes, durchaus reifes Werk ohne jene spekulativen Sexszenen für die Autor später weit bekannter werden sollte.
 Farmers Roman wird erst im letzten Drittel so richtig zur Liebesgeschichte, davor erwartet den Leser eine nicht unintelligente Satire auf Gläubigkeit und Puritanismus.

Wenn männliche Autoren Liebesgeschichten schreiben, pflegt die Heldin am Ende den Tod zu finden.
- Susan Elizabeth Phillips



  „Jeff Winston telefonierte gerade mit seiner Frau, als er starb.“
Mit dem Tod des Protagonisten eröffnet Ken Grimwoods Roman Replay – Das zweite Spiel
Er stirbt, und erwacht fünfundvierzig Jahre früher an seinem alten College wieder. Er erkennt dass er aus einem ihm unbekannten Grund eine zweite Chance erhalten hat. Sein Wissen um die Dinge die Geschehen werden, sollten es ihm erlauben nun Reich und Glücklich zu werden, die Fehler seines ersten Lebens zu vermeiden ... doch er muss erkennen das ein Mensch nur soviel Einfluss auf sein Leben hat, und dann stirbt er erneut, am selben Tag, zur selben Stunde wie zuvor, und erwacht wieder in der Vergangenheit.
Winston erkennt das er in einer sich langsam verkürzenden Zeitschleife gefangen ist aus der es kein Entkommen zu geben scheint.

 Ken Grimwood’s Roman blieb mir vorrangig als „Mid-life crisis“ Geschichte im Gedächtnis, und das ist nicht böse gemeint. Wer wissen will was Männer wirklich bewegt, bekommt von dem Buch einen realistischen Einblick in die männliche Psyche geboten. Es geht um den langsamen Reifeprozess des Hauptcharakters, der gezwungen sein Leben immer wieder auf das neue zu leben, sich auf die wesentlichen Dinge besinnen muss. Am Rande ist es dabei auch ein Plädoyer für die Liebe.
Dafür sich für die Liebe zu entscheiden, auch im Angesicht derer ultimativen Vergänglichkeit.
Warnung zur deutschen Ausgabe: Wenn sie sich nicht Spoilern lassen wollen, heben sie sich das Vorwort auf bis zum Ende. John Grant liefert eine einsichtige Analyse von Grimwoods Werk, aber man hätte sie dem Buch nicht voran stellen sollen.

Ich vermute das meiste worauf wir hoffen können, und dies ist keine kleine Hoffnung, ist dass wir niemals aufgeben, dass wir niemals aufhören uns selbst Erlaubnis zu erteilen zu versuchen zu lieben und geliebt zu werden.
- Elizabeth Strout


 
  Am Anfang war der Tod, und auch am Ende fand er sich wieder ein.
Ein tragischer Unfall zerstört jäh die vermeintliche Idylle im Leben der Graves. Tochter Grace wird bei einem Reitunfall schwer verwundet und verliert ein Bein, ihre beste Freundin kommt dabei um das Leben. Ihr Pferd Pilgrim bleibt Traumatisiert zurück und die Ärtzte drängen darauf das Pferd einzuschläfern. Die Sorge um ihr einziges Kind vertieft die Kluft zwischen Annie und ihrem Mann Robert bis es zur unvermeidlichen Trennung kommt. Für Grace geht der Verlust mit einem Verlust ihres Lebenswillens einher und Annie entschließt sich zu einer Verzweiflungstat um ihre Tochter nicht zu verlieren. Zusammen mit Grace fährt sie Pilgrim quer durch die Staaten, zu Tom Booker, einem Pferdeflüsterer, damit dieser dem Tier, und damit ihrer Tochter hilft.
Annie ahnt nicht welch weitreichenden Folgen diese Entscheidung für sie und ihre Familie haben wird...


 Nicholas Evans Buch hat mich nicht ganz so begeistern können wie die Verfilmung. Der Autor setzt zum Ende hin sehr auf Dramatik und den großen Effekt, und nimmt damit einer sonst recht gut erzählten Liebesgeschichte eine wenig das Außergewöhnliche – was in diesem Fall gerade das Gewöhnliche, die Nachvollziehbarkeit der einzelnen Charaktere ist.
Trotzdem, fand ich es sehr Lesenwert, eine lohnende Alternative zu Nicholas Sparks und weniger formelhaft im Aufbau.

Es ist in Ordnung jemanden zu Lieben der dich nicht zurück liebt, so lange sie es wert sind dass du sie liebst. So lange sie es verdienen.
- Cassandra Clare


 Es gäbe sicher noch ein paar Werke mehr die der Erwähnung wert wären, aber ich widerstehe der Versuchung auf Daniel Glattauers eMail-Roman Gut gegen Nordwind zu verweisen, oder Die Brücken am Fluss, von Robert James Waller einzubeziehen.*
Ersteres weil es, zu Recht, so oft genannt wird wenn die Rede auf lesenswerte Liebesromane kommt, und letzteres weil ich mich nur noch vage an das Buch erinnere und von daher nicht wirklich sagen kann wie viel vom Buch im wirklich großartigen Film erhalten ist.

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Naja, ich widerstehe fast.
** Die im Text verwendeten Zitate, sofern nicht aus den vorgestellten Büchern entnommen wurden, sind von mir frei übersetzte Originalzitate der genannten Autorinnen.

Sonntag, 27. August 2017

Der Talisman









Der Talisman, Stephen King & Peter Straub
(Hoffmann und Campe, 1986)

Klappentext:
 Der zwölfjährige Jack Sawyer hat eine weite, abenteuerliche Reise vor sich: er begibt sich auf die Suche nach dem Talisman, der allein durch seine magische Kraft Jacks todkranke Mutter retten kann. Um ihn zu erreichen, muß Jack nicht nur die Vereinigten Staaten von Amerika vom Atlantik bis zur Pazifikküste durchqueren, sondern auch ihre geheimnisvolle, phantastische Gegenwelt: Die Region.

 Die Region: so wirklich und zugleich unwirklich wie Atlantis oder Avalon, und an das Mittelalter der Menschheit gemahnend, ist sie eine Welt magischer Spiegelungen. Was hüben geschieht, kann drüben entsprechende Begebnisse auslösen. Menschen dieser Welt haben in der Region ihre „Twinner“: So Jacks Mutter in der gleichfalls kranken Königin der Region, so Morgan Sloat, der Jacks Vater ermorden ließ, in Morgan von Orris, dem Feind der Königin und Herrn einer gespentischen Armee von Monstren und Werwölfen; so endlich der sadistische Reverend Sunlight Gardener, Leiter eines sinistren Erziehungsheimes für jugendliche, in Osmond, den die Bewohner der Region „Den mit der Peitsche“ nennen.

 In beiden Welten hat Jack auf seiner Suche nach dem Talisman Abenteuer zu bestehen, Mut zu beweisen und Gefahren zu überwinden, aus denen ihn oft nur das „Flippen“ rettet: Der Sprung in die jeweils andere Welt. Doch hier wie dort liegen Idyll un Entsetzen nahe beieinander: Horror und Fantasy durchdringen sich in einer Geschichte von faszinierendem Bilderreichtum und atemberaubender Spannung.
(Text: Hoffmann und Campe)


 Um ’83-’84 machte ich nacheinander lesend Bekanntschaft mit zwei der damals als die zeitgenössischen Horrorautoren gehandelten Schreibern.
 Von den beiden kam Peter Straub zuerst, sein hoch gelobtes Geisterstunde viel mir auf einem Kaufhausgrabbeltisch in die Hände. Nach einem fantastischen Einstieg, neben Kings Es der einzige welcher für sich beanspruchen kann mir den Schlaf geraubt zu haben, verlor sich die Erzählung in scheinbar zusammenhangslosen Geschichtssträngen.
Man muss Straub jedoch anrechnen das er es geschafft hat auf den ersten Seiten eine Atmosphäre der Bedrohung zu schaffen welche bis hin zur Mitte des Buches anhält, ohne das je wieder etwas passiert... kurz gesagt, irgendwann hat mein jugendliches Ich die Seiten nur noch überblättert um zu sehen ob sich doch noch ein Sinn ergibt. Noch kürzer gesagt, sehen sie sich den Film an, der erzählt die Geschichte sehr viel durchschaubarer und mit anhaltender Spannung.

 Im selben Jahr verfilmte John Carpenter den Roman Christine, von Bestsellerautor Stephen King. Der Film, welcher außerhalb von Carpenters Fangemeinde eigentlich durchgehend schlechte Kritik erntete, gehört immer noch zu meinen Lieblingen. Der Film war auch der Grund weshalb ich mir das Buch kaufte kaum das ich ihm ansichtig wurde (ich war damals noch in der Lehre und konstant knapp bei Kasse, weswegen ich mir das Geld dafür von meinem Bruder leihen musste – ich hoffe das ich es ihm auch wieder zurückgezahlt habe, denn sonst wäre es von Rechtswegen immer noch sein Buch...).
 Von Straub habe ich Jahre später noch ein oder zwei Kurzgeschichten angelesen, nur um festzustellen das Geisterstunde ganz dem typischen Straubstil entsprach – welcher mir nicht lag. Straub gab ich auf, King war ich ab Christine verfallen und verschlang seine Werke mit weitgehend anhaltender Begeisterung, mit einer Ausnahme: Der Talisman, eine Kollaboration zwischen den beiden Autoren.
 1986 im Hoffmann & Campe Verlag erschienen wanderte das Buch zwar wohl unmittelbar nach erscheinen in meine Buchschrank, verweilte dort jedoch, nach kurzem Anlesen, auch bis vor wenigen Wochen. Letztlich habe ich mich doch wieder daran gewagt, und nach einem monat Lesezeit es diesmal auch geschafft Jacks Reise bis zu ihrem Ende zu verfolgen.
 Meine Begeisterung für das Werk hält sich immer noch in Grenzen. Durch die lange Lesezeit fallen einem zu viele Ungereimtheiten auf, es ist schwer zu sagen wie exakt die Geschichte umrissen war, als die beiden anfingen daran zu Schreiben, und zu oft fühlt man sich beim Lesen an Tolkien erinnert. Zugegeben, es dürfte schwer bis unmöglich sein nach dem Vater der Nach-Arthurischen Quest Fantasy, noch einen Quest Fantasyroman zu schreiben der nicht an ihn gemahnt. Das Problem ist einfach das Tolkien mich durchgehend fesseln konnte, auch dann noch wenn er sich nur in Weg- und Landschaftsbeschreibungen erging.
Dieses Talent haben weder Straub noch King.

 Zu den Ungereimtheiten, welche darauf hinzuweisen scheinen das die Regeln des Romans sich ein Stückweit tatsächlich erst im Verlauf des Schreibprozesses herauskristallisiert haben, gehört besonders markant das es zu einem Späteren Zeitpunkt im Buch heißt, dass nur Jack in der Lage sei durch die Region zu Reisen, da sein Zwilling verstorben ist. Zuvor jedoch hören wir von Jack und seinem Freund jeweils eine Geschichte in der sie ihre Väter dabei beobachtet haben wie sie einen Raum (respektive einen Wandschrank) betraten um später von einem anderen Ort wiederzukehren. Dem widerspricht die Darstellung eines Übertritts von Morgan Sloat, der beim Wechseln in die Region, immer nur in den Körper seines Twinners springen kann, somit nur dorthin Reisen kann, wo dieser sich gerade befindet, und bei seiner Rückkehr in den eigenen Körper sich wieder an seinem Ausgangspunkt findet.
Eine Kleinigkeit, zugegeben, aber der Roman entwickelt sich so Spannungsarm, beziehungsweise wechselt er bis zum Showdown konstant zwischen Spannenden und mühsam zu lesenden Kapiteln hin und her, so das man sehr viel Zeit hat sich um solche Dinge Gedanken zu machen.

 Laut einem King lesenden Geschäftskollegen (aber wer aus meiner Generation wäre auch kein Kingleser gewesen?) entstand der Roman als Experiment zwischen den beiden Autoren, wobei der eine ein Kapitel vollendete und dann das Material dem anderen zusandte der die Geschichte an dieser Stelle aufgegriffen und weitergesponnen hat. Angesichts der Jahreszahl ist der Begriff „zugesandt“ hier vermutlich sogar wörtlich zu nehmen. Diese herangehensweise an ihr Schreibexperiment erklärt vermutlich die auftretenden Ungereimtheiten im Roman, sowie die wechselhafte Spannungsentwicklung.

 Ich möchte mir nicht anmaßen zu sagen, das man, zumindest ich aber, herauslesen könnte an welchem Abschnitt welcher Autor schrieb. Es gibt Szenen im Roman, welche ich vor dem Lesen von Schwarz, eventuell ungerechtfertigt, Straub zuschrieb, und es gibt solche die so klar Kings schriftstellerische Stärke reflektieren, sprich seinen Cineastisch geprägten Erzählstil aufweisen, das ich wenig Zweifel an der Urheberschaft hege.
Und es gibt die sehr King typische Bildsprache, welche nicht immer logisch aber ungemein plastisch und einprägsam daherkommt.
 Diesmal spürte er nicht nur, wie das Hotel zuhörte; diesmal schien es ringsum zurückzuweichen wie das Gewebe eines Verdauungsorgans vor einem vergifteten Stück Fleisch.

 Die Obsession mit Sex ist vermutlich beiden Autoren gemein, aber zum Glück im Talisman nie so vordergründig ausgeprägt wie in der Dunkler Turm Heptalogie, in der, zumindest in Schwarz, wirklich jeder davon besessen ist. Fantasy für Freudianer...
Vergleiche zum Dunklen Turm drängen sich nicht minder auf, als solche zu Tolkien. Die Queste Jack Sawyers zum Schwarzen Hotel spiegelt schon sehr stark das Thema von Rolands Weg zum Dunklen Turm, fühlt es sich an. Und Der Talisman wird bei Goodreads auch als Pendant zu Kings Zyklus erwähnt. Die Elemente, allen voran der Weltenverbindende Talisman, sind gegeben.

 Nach einem langen, beschwerlichen Weg, für den Leser nicht minder als für Jack, und dem durchaus spannend geratenen Showdown, folgt der nicht weniger langatmig geratene Ausklang der Geschichte in dessen Verlauf King (Straub? Beide?) extrem moralisierend daherkommt, und mir zum ersten mal so richtig bewusst wurde wie stark Kings Erzählungen, aller Wetterei gegen christliche Kulte und selbsternannte Prediger zum Trotz, von einem US-Christlichen Welt- und Moralbild geprägt sind.
Es ist mir beim Lesen des Buches auch zum ersten mal Kings Neigung bewusst geworden, das Böse mit „sexueller Abartigkeit“ gleichzustellen – auch hier wieder, Freud lässt schön Grüßen.

 Persönlich würde ich Der Talisman keine Empfehlung aussprechen, doch muss der Roman gut genug angekommen sein, da er, wie nun auch The Shining, zwanzig Jahre Später eine weitere Zusammenarbeit der Autoren, an einem Sequel mit dem erwachsenen Jack, nach sich zog.

Samstag, 26. August 2017

tucking fypos



 Es ist, nun, adorable, wie Zoe in Mary D. Brooks' Nor the Battle to the Strong (2017, ca. S. 213), aus einem "Es sind" ein "Sie sind" macht:

“Evy, come in here.” Zoe twisted around and noticed Eva peeking into the room but not entering. “You are adorable. They are no mice in here.”

Mittwoch, 23. August 2017

Cover Monday

 Cover Monday präsentiert von Moyas Buchgewimmel.



 Ich beteilige mich wieder einmal am Cover Monday und wieder mit etwas altem. Beim stöbern nach klassischen Romance Covers bin ich auf klassische Romantic Suspense Illustrationen gestoßen, deren Stil mich seit frühester Jugend begleiten und mir seit jeher sehr gefallen haben, nur dass ich den Namen des Künstlers nie kannte. 

 Bei dem Zeichern handelt es sich um den 2005 verstorbenen Allen Kass, der knapp fünzig Jahre lang tätig war.
Der Bastei Verlag hat viele seiner Illustrationen für die Spuk-Roman und Mitternachts-Roman Reihe verwendet, eventuell auch für andere.

 Ein großteil der Coverarbait des Künstlers lässt sich auf http://allankass.blogspot.de/ versammelt finden, neben weiteren klassischen Suspense Illustrationen viele seiner Romance Covers aus einer Zeit als das Augemerk hier noch auf Romance lag.

Schwarz / Drei








Schwarz & Drei, Stephen King
(Heyne, 1993)


 Mit hinblick auf die aktuelle Verfilmung und da ein Geschäftskollege mir von den Büchern so vorgeschwärmt hat, habe ich mich noch einmal an den Doppelband Schwarz und Drei gewagt, aus Kings epischer, post apokalyptischer mutliversums Heptalogie*.

 Was soll ich sagen, vielleicht war King ja schon immer so und mir ist das früher nur nicht so aufgefallen, denn ganz ähnliche Züge sind mir auch beim Lesen von Der Talisman bitter aufgestoßen, aber dieses Buch und ich wir werden unter Garantie keine Freunde werden. Die erste Geschichte im Band (Schwarz setzt sich aus lose verbundenen Kurzgeschichten zusammen scheint es), führt uns durch eine Erzählung ohne rechten Inhalt, voller verquaster Metaphern, vorangetrieben von einem frauenverachtenden Narrator ... yay, me! Not!

 Es ist dabei ein recht vielversprechendes Setting, das King hier bemüht. Eine postapokalyptische Welt beschrieben im Ton eines dreckigen Italowesterns. Männerliteratur eben, Dudelit, möchte man sagen. Wäre auch gar nichts dagegen einzuwenden, bekäme man da nicht permanent Sätze wie diese um die Ohren geschlagen:



 Kennerly war zahnlos und unangenehm und mit Töchtern geschlagen.
(S. 42)

 Er hatte brutal mit ihr geschlafen, nachdem sie ihm gesagt hatte, was er wissen wollte, und sie hatte das bevorstehende Ende gespürt und mehr gegeben, als sie jemals zuvor gegeben hatte, und sie hatte es in der heraufziehenden Dämmerung voller Verzweiflung gegeben, hatte es mit der unermüdlichen Energie einer Sechzehnjährigen gegeben. Aber heute Morgen war sie blaß und wieder am Rand des Klimakteriums.
(S. 52)

 Der Revolvermann pustete sie um, und sie landete mit hurenhaft gespreizten Beinen und über die Schenkel gerutschtem Rock.
(S. 60)

Dazu kommt eine Szene in welcher der Revolvermann eine Frau mit einer seiner Pistolen vergewaltigt und ähnliche unannehmlichkeiten. Es ist ein Buch gewordener 70er Jahre Exploitation-Streifen, von Start bis Ende gespickt mit sexuellen Gewaltfantasien und der bereits erwähnten offenen Verachtung für das Weibliche, man kann sich nicht des Gefühls erwehren das der Autor in jenen Tagen mit ein paar ernsthaften psychischen Problemen zu kämpfen gehabt haben muss.
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*Jepp, das musste ich nachschlagen. 

Donnerstag, 10. August 2017

31 Tage - 31 Bücher / Filme

Tag 19

Mit welchem Satz beginnt dein jetziges Buch?

Aktuelles Buch: Am 15. September 1981 stand ein Junge namens Jack Sawyer da, wo Wasser und Land zusammentreffen, die Hände in den Taschen seiner Jeans, und blickte hinaus auf die Weite des Atlantiks.
(Der Talisman; Stephen King, Peter Straub)

Der Talisman liegt, plus/minus ein paar Tage, seit seinem Erscheinen in '84 auf meinem SuB. Jetzt habe ich mir vorgenommen es endlich durchzulesen, aber das Buch zieht sich. Dass ich kein wirklicher Fan von Co-Autor Peter Straub bin tut hier sicher sein übriges zu.

Aktuelles eBook: Everything has a spirit: the willow tree with leaves that kiss the pond, the stream that feeds the river, the wind that exhales fresh snow ...
(The Reluctant Queen; Sarah Beth Durst) 

Dies war ein kostenloser Donwload von der Amazon Seite, und nicht nur das Cover ist wunderschön, die Autorin ist gerade im Begriff zu meiner neuen Lieblingsautorin zu avancieren.
Wenn das Buch sein Spannungs- und Unterhaltungslevel bis zum Ende durchhält, zieht auf jeden Fall auch The Queen of Blood bei mir ein.
 




Welcher Film hat dich zuletzt stark beeindruckt?

Gar nicht so einfach zu beantworten die Frage, Sophie Scholl - Die letzten Tage (Marc Rothemund, 2005) hat bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen, Das geheime Leben der Worte (Isabel Coixet, 2005) ist ein Film der mir immer noch nachgeht.

Samstag, 22. Juli 2017

tucking fypos


 Ich möchte mal hoffen das Matt Lee Marschall beim Verfassen seiner Geschichte Hallow (Amazon 2016, ca. S.41) nur die Finger vorausgeeilt sind, wenn die zum Ende in Kapitel Sieben hin vorausgesehene Hinrichtung so quasi zum BDSM Grillfest wird:
"She was certain that she would be dead within a day. She saw it in her dreams, tied to a steak as flames ate her flesh and charred her bones."

Montag, 10. Juli 2017

A different Blue








A different Blue, Amy Harmon
(2013, Smashwords)


Kurzinhalt:
 Blue Echohawk ist in ihrem letzten Schuljahr. Sie ist ein Inbegriff der rebellischen Schülerin, trägt zu viel Make-Up, zu enge Kleidung und fordert die Lehrer heraus. Sie ist beliebt bei den Jungs, doch lässt keinen von ihnen emotional an sich heran. Wenn ihr danach ist schnappt sie sich einen für ein schnelles intimes tête-à-tête und das war es dann auch.
 Doch in diesem Jahr kommt ein neuer Geschichtslehrer an Blues Schule, Darcy Wilson. Der Brite fordert mehr von seinen Schülern als nur Geschichte zu Lernen, er fordert sie auf sich mit ihrer eigenen Geschichte auseinander zusetzten.
 Blue verweigert sich Wilson zunächst, fordert ihn heraus, versucht ihn auf die Palme zu bringen, doch der junge Lehrer scheint Blue von Anfang an zu Durchschauen, hinter die sorgfältig aufgebauten Fassaden zu Blicken welche Blue so lange erfolgreich zu Schützen vermochten.
 Blue Echohawk, kennt ihre Geschichte nicht. Sie weiß nicht wie alt sie wirklich ist, was ihr wahrer Name ist oder wer ihre Eltern sind. Sie wurde im Alter von zwei Jahren von ihrer Mutter ausgesetzt und dem Indianer Jimmy Echohawk aufgezogen … Blue ist ein Mädchen ohne Geschichte und zuviel unverarbeitetem Zorn in sich.


Ein paar generelle Anmerkungen:
 Es ist immer wieder ein schönes Gefühl wenn man in einer Geschichte auf die Passage trifft, welche ihr den Namen gab. A different Blue, das ist was eine andere Vergangenheit aus Blue gemacht hätte. Eine andere Blue, das ist es auch was die Charaktere im Verlauf der Geschichte wird. Eine andere, aber trotzdem Für immer Blue, wie es der deutsche Titel erfasst.
 Auch wenn nicht alles rund läuft für mich in der Geschichte, und es Entwicklungen gab die mir, nun, problematisch erscheinen (dazu mehr in der Spoiler Sektion) hat es mich sehr gefreut wie Amy Harmon die Entwicklung von Blue beschreibt.

 Blue ist von Anfang an eine Rebellin mit viel zu großem Herzen, sie ist eine Einzelgängerin – weitestgehend, sie kann es nicht vermeiden von zwei mexikanischen Kids „Adoptiert“ zu werden die wohl als einzige noch verlorener sind in der Welt als Blue – aber nicht bösartig oder selbstzerstörend. Blue ist das was man, wäre sie ein Mann, „sexual assertive“ nennen würde, aber weil sie eine Frau ist sie zur „Schlampe“ abstempelt.
 Dieser Teil wird von Amy Harmon überraschend gut gehandhabt und ist eine der Stärken der Erzählung. Amy macht uns zornig, nicht auf Blue, sondern auf ihr Umfeld, das diese starke junge Frau die Vorurteile ihrer Umwelt verinnerlichen lässt so das sie selbst glaubt Müll zu sein.
 Frei nach Stephen Chbosky
Wir nehmen die Liebe an, von der wir glauben, dass wir sie verdienen.


 Am Ende ist Blue eine andere, nicht mehr das Mädchen das mit Jungs schläft um sich für einen flüchtigen Augenblick geliebt zu fühlen, wichtiger noch aber nicht mehr die Blue welche glaubt das dies irgendwie ihren Wert als Mensch mindert. Ich mochte das und hätte gerade von Amy Harmon eine so essentiell positive Botschaft zu Promiskuität nicht erwartet. Natürlich bleibt Harmon sich und ihrem Glauben treu, natürlich findet auch Blue im Verlauf des Buches zu einem Glauben an Gott, aber die Autorin schafft diesen Wandel überzeugend zu vollziehen und ganz ohne Slut-Shaming.

 Der Klappetext zur deutschen Ausgabe spricht von einer „verbotenen“ Liebe zwischen Blue und ihrem Lehrer. Das ist, pardon, kompletter Unsinn. Die erste Hälfte des Buches beschäftigt sich mit Blues Schulzeit unter Wilson, in welcher nichts verboteneres zwischen ihnen geschieht als das ein Lehrer eine Schülerin herausfordert über ihre Selbstzweifel hinaus zu wachsen. Die, sich langsam und in keiner Weise unziemlich entwickelnde, Liebesgeschichte zwischen den nimmt eigentlich erst ab der zweiten Hälfte des Buches ihren Anfang, nach dem Blue die Schule abgeschlossen hat und aus finanziellen Gründen bei Wilson als Untermieterin einzieht.

 Die Liebesgeschichte zwischen Blue und Wilson ist eine weitere Stärke des Buches. Sie entwickelt sich langsam und glaubhaft, es ist eine sachte Annäherung in kleinen Schritten. Wilson lässt Blue Zeit sich zu entfalten, ihre Stärken zu erkennen und hilft ihr, wann immer sie ihn lässt, sich mit ihrer Vergangenheit auseinander zusetzten.

 Die Geschichte um Blues Familie und wie und warum sie zu Jimmy Echohawk kam, greift nicht immer ganz glaubhaft ineinander, hier und bei ein paar anderen dramatischen Entwicklungen begeben wir uns schon gelegentlich auf Seifenopernniveau. Trotzdem, Blues Erinnerungen an ihren Ziehvater sind zutiefst Herzerwärmend.


Spoiler Sektion

 Ich habe es oben schon gesagt, gewisse Plotpunkte erscheinen etwas bedenklich.
Blue wird durch kurz vor Ende des Schuljahres Schwanger, da sie den Vater ihres Kindes nicht liebt und selbst nicht glaubt alleine für ein Kind sorgen zu können, gibt sie ihr ungeborenes Kind zur Adoption frei – an Wilsons Schwester.
 Für Melody wird somit irgendwann der Tag kommen an dem sie erfahren muss, dass die Schwägerin ihrer Mutter in Wahrheit ihre, Melodys, leibliche Mutter ist. Dürfte für eine interessante Pubertät sorgen.


 Der perfekte Wilson, versagt einmal mit Pauken und Trompeten.
Zum Ende des Buches hin, als Blue sich bereit macht eine Ausstellung ihrer Stücke zu Besuchen, sieht er sie komplett herausgeputzt und Spiegelt all die Vorurteile die Blue all die Jahre  über sich ergehen lassen musste und welche sie endlich hinter sich gebracht hat.
 Heuchlerischer Weise sagt er später er habe Blue immer geliebt und ihr Vertraut. Nun offensichtlich nicht so ganz. Es traurig und einer der ärgerlicheren Fauxpas im Buch das Wilson Blue zwar seine Liebe gesteht, aber diese Liebe offenbar nie tief genug, oder ehrlich genug ist ihn erkennen zu lassen das er sich an diesem Abend wie kompletter Bastard benahm und sich wenigstens aufrichtig dafür zu Entschuldigen. Das hat mir ganz persönlich die Freude am Ende ein Stück geschmälert.


Spoiler Ende


 Wer sich Amy Harmon einmal annähern will, liegt im Kern mit keinem ihrer Bücher falsch. Die Autorin ist ungemein lesbar, aber, ich möchte dies erneut unterstreichen da ich auch schon Kritiken zu ihren Büchern gelesen habe die ihr gerade dies ankreiden, man muss sich bewusst sein dass sie eine gläubige christliche Autorin ist. Das Verhältnis zu Gott oder finden zu Gott ist für ihre Protagonisten oft wichtiger Teil ihres Weges und/oder Wesens.
Meine persönliche Empfehlungspräferenz wäre es jedoch Making Faces (dt. Vor uns das Leben) vor A different Blue (dt. Für immer Blue) zu Lesen.



Zum Roman hat die Autorin auch einen Bonus Epilog verfasst, diese Szene kann hier finden:
http://totallybookedblog.com/2013/04/12/exclusive-epilogue-from-a-different-blue-by-amy-harmon/

Samstag, 1. Juli 2017

The Witcher / Der Hexer








 Die komplette Hexer-Saga 1, Andrzej Sapkowski
(dtv, 2017)


 Der letzte Wunsch: Geralt von Riva ist ein Hexer mit einem Spezialgebiet: Er verdient seinen Lebensunterhalt mit dem Kampf gegen Ungeheuer aller Art – Drachen, Vampire, menschenfressende Bestien. Die Geschäfte gehen nicht schlecht, doch es gibt noch mehr, was ihn beschäftigt. Sein Herz gehört der schönen Zauberin Yennefer… 

 Zeit des Sturms: Kurz nach seiner Ankunft im Königreich Kermack wird Hexer Geralt von Riva verhaftet. Die Zauberin Koralle will ihn so zwingen, einen gefährlichen Auftrag anzunehmen. Er soll einen Dämon finden, der in Menschengestalt blutige Massaker verübt. Geralt, betört von der magischen Schönheit Koralles, nimmt den nahezu aussichtslosen Kampf gegen das Ungeheuer auf…

 Das Schwert der Vorsehung: Obwohl es sein Ehrenkodex als Hexer eigentlich verbietet, schließt sich Geralt von Riva einer Gruppe von Drachenjägern an – denn die Zauberin Yennefer, seine verlorengeglaubte Geliebte, ist unter ihnen. Aber die Interessen der Jäger sind zu unterschiedlich: Es beginnt ein Kampf jeder gegen jeden. Und ganz allmählich wird eine Bedrohung der festgefügten Ordnung spürbar...
 Quelle: Amazon.de


 Als als ich mich über das Witcher III Spiel für meine PS 4 informiert habe, bin ich in einer Computer Zeitschrift auf eine Randbemerkung gestoßen, dass Autor Andrzej Sapkowski dem Spiel, welches zu diesem Zeitpunkt zum Spiel des Jahres gekürt worden war, nicht zugetan ist. Dies ist allerdings auch schon alles, was der Artikel zu berichten wusste. Auf ein warum wurde nicht eingegangen – nur noch schnell darauf hingewiesen, das der Erfolg der Spielreihe dem Verkaufserfolg der Romane sicher ebenfalls zuträglich ist.

 Die Hexer Romane liegen nun in zwei Bänden als komplett Saga vor, Band 1 enthält auf knapp tausend Seiten* die ersten drei Bände, Band zwei die restlichen fünf Bände der Reihe.
Als Spieler fällt einem zuerst auf das sich der Geralt des Buches in seiner Beschreibung ein Stück vom Helden der Buchreihe unterscheidet, die Beschreibung seiner Figur erinnerte mich eher an Michael Moorcocks Elric von Melnibone. Das nächste das einem Auffällt ist das der Tond er Romane anders ist im Spiel, die Geschichten zeichnen das Bild eines verwahrlosten, undatierten Mittelalters. Eine Welt roher Sitten, offener Gewalt und loser Moral.
Die Spielemacher orientieren sich in ihrer Charakterisierung gefühlt stärker an der Heroic Fantasy, Sapkowskis Schreibstil hingegen ist eher ironisch gehalten, nimmt die typischen Fantasyelemente ein wenig auf den Arm. Hier stehen die Hexer Geschichten weit mehr in der Tradition eines Fritz Leiber, erinnern an die Abenteuer von Fafhrd und der Graue Mausling, nur sprachlich sehr viel derber gehalten.
Moralisch bewegt sich Geralt in einer definitiven Grauzone, er wird als klassischer Drifter dargestellt, so wie wir die Revolverhelden des Italo Western Genres kennen. Ein käufliches Schwert, dessen Moral sich oft dem Geldbeutel beugt.
 »Ja«, sagte Foltest widerwillig. »Von manchen höre ich das andauernd. Das Ungeheuer töten, denn es ist ein unheilbarer Fall. Meister, ich bin sicher, dass man schon mit dir gesprochen hat. Was? Dass du die Menschenfresserin ohne Zeremonien erledigst, gleich zu Beginn, und nachher sagst, dass es nicht anders ging. Der König zahlt nicht, wir zahlen. Eine sehr praktische Methode. Und billig. Denn der König lässt den Hexer köpfen oder aufhängen, und das Gold bleibt in der Kasse.« 
  »Der König wird den Hexer auf jeden Fall köpfen lassen?« Geralt verzog das Gesicht.       Foltest schaute dem Rivier lange in die Augen.     
 »Der König weiß nicht«, sagte er schließlich. »Aber der Hexer muss jedenfalls mit dieser Möglichkeit rechnen.«     
 Nun war es Geralt, der eine Weile schwieg.      
 »Ich habe vor, zu tun, was ich kann« sagte er schließlich. »Aber wenn es schiefgeht, werde ich mein Leben verteidigen. Ihr, Herr, müsst auch mit dieser Möglichkeit rechnen.«

 Inhaltlich mochte ich das Spiel mehr als die Erzählungen des Autors, dessen Geschichten zwar zeitweilig durchaus unterhalten können, er liefert eine überaus gelungene Variation auf die Geschichte von Schneewittchen ab, mir aber oft persönlich moralisch sich zu abseitig bewegen, in einem Zwischenspiel schläft Geralt mit einer Priesterin welche abwechselnd als „Mädchen“ und „Kind“ tituliert wird und generell hält es Sapkowski gefühlt mit der mittelalterlichen Tradition von Kindsbräuten in seinen Erzählungen. Die idee von Sex mit minderjährigen darf eine beim Lesen also nicht stören. Das Geralt zudem in einer Variation auf das „Die Schöne und das Biest“ Thema einem Vergewaltiger hilft seinen Fluch zu brechen... wie gesagt, hier findet sich die lose moralität des Italo Westerns wieder, Buch Geralt ist mehr Antiheld den strahlender Ritter.
 Als ich von Kaer Morhen auszog, träumte ich von der Begegnung mit meinem ersten Ungeheuer, ich konnte es nicht erwarten, ihm Auge in Auge gegenüberzustehen. Und dann war es so weit.     
 Mein erstes Ungeheuer, Iola, war kahlköpfig und hatte außerordentlich hässliche, schlechte Zähne. Ich begegnete ihm auf der Landstraße, wo es zusammen mit anderen Ungeheuern seinesgleichen, Marodeuren aus irgendeiner Armee, einen Bauernwagen angehalten und aus diesem Wagen ein Mädchen herausgezerrt hatte, vielleicht dreizehn Jahre alt, vielleicht noch jünger. Die Kumpane hielten den Vater des Mädchens fest, und der Kahlköpfige riss ihr den Rock vom Leibe und sagte, jetzt sei für sie die Zeit gekommen, zu erfahren, was ein richtiger Mann sei. Ich ritt heran, stieg ab und sagte dem Kahlkopf, dass auch für ihn die Zeit dafür gekommen sei. Ich hielt das für wahnsinnig witzig. Der Kahlkopf ließ das Mädchen los und stürzte sich mit einer Axt auf mich. Er war sehr langsam, aber hart im Nehmen. Ich schlug ihn zweimal, erst dann fiel er. Meine Hiebe waren nicht besonders sauber, aber sehr, sagen wir, beeindruckend, derart, dass die Kumpane des Kahlkopfs flohen, als sie sahen, was ein Hexerschwert aus einem Menschen machen kann …     
 Ich langweile dich doch nicht, Iola?     
 Ich brauche dieses Gespräch. Ich brauche es wirklich.     
 Wo war ich stehengeblieben? Ach ja, bei meiner ersten edlen Tat. Weißt du, Iola, in Kaer Morhen ist mir eingehämmert worden, dass ich mich nicht in solche Angelegenheiten einmischen soll, sondern einen Bogen darum machen, nicht den fahrenden Ritter spielen und den Ordnungshütern nicht zu Hilfe eilen. Ich war nicht ausgezogen, um mich auszuzeichnen, sondern um für Geld die mir aufgetragenen Arbeiten zu erledigen. Ich aber mischte mich wie der erste beste Dummkopf ein, noch ehe ich fünfzig Meilen vom Fuß des Gebirges entfernt war. Weißt du, warum ich das tat? Ich wollte, dass das Mädchen mit Tränen der Dankbarkeit mir, ihrem Retter, die Hand küsste und ihr Vater mir auf Knien dankte. Stattdessen war der Vater zusammen mit den Marodeuren weggelaufen, und das Mädchen, das den größten Teil vom Blute des Kahlkopfs abbekommen hatte, übergab sich und bekam einen hysterischen Anfall, und als ich mich ihr näherte, war sie starr vor Angst. Seither habe ich mich in derlei Geschichten nur noch sehr selten eingemischt.     
 Ich habe meine Sache gemacht. Schnell lernte ich, wie man es anstellt. Ich bin zu den festen Wohnsitzen im Lande geritten, habe unter den Palisaden von Siedlungen und Städten haltgemacht. Und gewartet. Wenn ich angespuckt wurde, beschimpft und mit Steinen beworfen, bin ich weggeritten. Wenn stattdessen jemand herauskam und mir einen Auftrag gab, führte ich ihn aus.

Fazit ist, wer den Hexer nur aus dem Spiel kennt, der trifft in den Erzählungen zwar auf allerlei Bekanntes, wie die schwarzäugige Zauberin Yennefer, der Geralts Herz gehört, und Kaer Morhen, der Stätte an welcher die Hexer gemacht wurden, aber eingebettet in eine weitaus düstereres, schmutzigeres Szenario.
Sapkowskis Fantasy ist eine Hund frisst Hund Welt die wenig Platz hat für Heldentum und Ritterlichkeit.

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* Die Amazon Seite zeigt nur die Seitenzahl des ersten Bands der Sammlung!
  Sammelband zwei dürfte überschlagen etwa fünfzehnhundert Seiten umfassen.

Montag, 26. Juni 2017

Commercial Break

 Disclaimer:
Ich habe nur den ersten Sammelband gelesen -  Not my 1st Rodeo - und, ich gebe es zu, mochte davon nur Donna Alwards Geschichte, bei den anderen Autorinnen überwog für mich der Sex die Romantik. 
I.e. war nicht ganz meine Richtung. 
Trotzdem, im Sinne eines Support your (not quite) local author ein wenig Werbung für die zweite Sammlung:





Who doesn't love a sexy cowboy? In this new release from Entangled Select Contemporary, there's not one...not two...but THREE sexy cowboys to sweep you off your feet. With three novellas from Donna Alward, Jenna Bayley-Burke, and Sarah M. Anderson, you're sure to find the Southern gentleman of your dreams!
***


  

About the NOT MY FIRST RODEO 2 Boxed Set:

In Donna Alward’s Seducing the Sheriff, Cassidy’s first foray into online dating is an unqualified disaster. Witness to a bank robbery, she’s now in danger. Sexy sheriff Joe Lawson is willing do whatever it takes to protect her, even if that means hiding her away in his secluded mountain cabin. In Roping the Rancher by Sarah M. Anderson, all Tommy knows is girls his own age don’t do it for him. Carly has no interest in being anyone’s cougar, but when Tommy says he’ll do whatever she tells him to, she can’t resist the chance to take what she wants from a man with no strings attached. But no one said anything about scarves… In Jenna Bayley-Burke’s Captivating the Cowboy, aspiring designer Jules is about to head to New York. Before she leaves, she’s going to help widower Slade Weston find the perfect ranch wife, but finding his forever turns into schmexytimes. Jules doesn’t want to be a wife and mom, and Slade isn’t moving across the country. It’s just a fling, until she’s not sure where she truly belongs.

Purchase the book!

***

Übrigens, wer sich Kostenlos davon überzeugen will ob Donna Alwards Schreibstil zusagt:

Almost a Family

Freitag, 23. Juni 2017

31 Tage - 31 Bücher / Filme

Tag 18



Ein Buch, das Du auf keinen Fall Deiner Mutter geben würdest.
  
Geschichte der O, Pauline Réage






Welcher Film enthält deinen Lieblingsbösewicht?

Goldfinger.
Gert Fröbe ist der mit Abstand charismatischste Bondgegner:
"Erwarten sie von mir das ich rede?"
"Nein Mr. Bond, ich erwarte von ihnen dass sie Sterben."

Sonntag, 18. Juni 2017

Dark Universe








Dark Universe, Daniel F. Galouye
(Mantikore, 2017)


Buchtext:
 Jared gehört zu den "Überlebenden". Vor Jahrhunderten löschte ein gewaltiger Krieg die menschliche Zivilisation aus und machte die Erde unbewohnbar. Die wenigen Überlebenden der Katastrophe konnten sich in ein unterirdisches Tunnelsystem retten. Seit Generationen leben sie im Untergrund - ohne Licht - in völliger Dunkelheit. Ihre Sinne haben sich perfekt an die ewige Nacht angepasst. Erinnerungen an die alte Welt, sogar an Licht, sind nicht mehr als Legenden – bewahrt in den Mythen der Überlebenden. Jared will den Geschichten auf den Grund gehen und wagt den riskanten Aufstieg...

 Dark Universe erschien erstmals 1962 zur Zeit des Kalten Krieges. Die post-apokalyptische Vision einer vom Atomkrieg zerstörten Zivilisation war für den Hugo Award nominiert. Ein Meisterwerk der Science-Fiction-Literatur.


 Daniel F. Galouye gehört zu den wichtigen SF Autoren seiner Zeit, trotzdem scheint es dass  abgesehen von seinem zweifach verfilmten Simulacron-3* seine Geschichten und Romane inzwischen weitgehend in Vergessenheit geraten zu sein scheinen. Galouye bewegte sich als Autor in einem ähnlichen Feld wie der weitaus bekanntere Autor Philip K. Dick, seine Geschichten tendieren gleichfalls in das Feld der Fantasy, ohne jedoch, im Gegensatz zudem wie Dick es gelegentlich tat, diesen Punkt wirklich zu überschreiten.
 Auch für Galouye ist die SF oft mehr Vehikel für philosophische Betrachtungen gewesen, welche wie in Dark Universe in unterhaltsam abenteuerliche Geschichten zu fassen wusste.

 In seinem Dark Universe steht die Warnung vor der Atomaren Bedrohung eher zweitrangig da. Vielmehr thematisiert der Autor im Gewand eines SF Abenteuerromans zeitbezogene Probleme wie Religion, Sektentum und Ausgrenzung. Ganz unmittelbar geht es dem Autor jedoch einfach um das Gedankenspiel einer Menschheit die in absoluter Dunkelheit überleben muss. Die Überlebenden, denen Hauptcharakter Jared angehört haben hierfür (durch Strahlungsmutation?) ein hochsensibles Gehör, ähnlich dem der Fledermäuse, entwickelt, welches sie ihre Umgebung mittels Echowahrnehmung erfassen lässt. Von dieser Prämisse ausgehend entwickelt der Autor seine Geschichte um eine Gesellschaft für die „Licht“ ein Mythos ist, ein Relikt vergangener Tage von dem sie nur Wissen das es einst um sie war.
 Galouye präsentiert uns eine gleichermaßen wahnwitzige, wie im Kontext überzeugende Religion die das Licht mit Gott gleichsetzt und welche in Furcht vor der Oberwelt und ihren Teufeln lebt, namentlich Kobalt, Strontium und Wasserstoff höchstpersönlich.

 Doch Jared ist ein Zweifler, er misstraut der Religion und möchte auf eigene Faust herausfinden was Licht ist. Diese Suche, wird behindert durch gräulichen „Subflatterer“, ins gigantische mutierte Fledermäuse, und die ständige bedrohung durch Überfälle der Zivver, einem abgelegen lebenden Menschenstamm, welche sich auf eine den Überlebenden unbekannte Weise zu orientieren vermögen ohne auf ihre Ohren angewiesen zu sein.
Die Suche führt Jared uns seinen Freund über die „Barriere“ welche den verbotenen Weg in die Oberwelt abgrenzt, eine Zone durchstreift von Monstern die lautlose Töne von sich geben und ihre Opfer betäuben um sie dann für ungewisse Zwecke zu Verschleppen.

 Bereits nach wenigen Seiten schafft es der Autor uns so komplett in seine Ideen zu involvieren das wir uns tatsächlich vorstellen können wie wir an der Seite Jareds durch eine ewige Dunkelheit jagen, sich vor uns eine Welt entfaltet die für uns nur noch aus Schalleindrücken besteht.

 Kritisieren lässt sich nur dass sich der Autor im Mittelteil in gefühlt unnötigen Passagen verliert, die zwar nicht weniger Spaß machen zu lesen, aber ultimativ die Geschichte nicht bereichern sondern eher dazu geneigt sind das sorgfältig aufgebaute Konstrukt der Glaubwürdigkeit zu Erschüttern, wenn zum Beispiel der Autor weitere Mutationen einfließen lässt, wohl nur um einem bereits gemachten Punkt Nachdruck zu verleihen.

 An der Übersetzung selbst fällt auf dass das Lektorat leider nicht so sorgfältig ausgefallen ist, wie es hatte sein können. Da der Mantikore Verlag aber als unabhängiger Kleinverlag sicher stärker auf seine Kostendeckung achten muss, und mit der Veröffentlichung eines nicht mehr so bekannten Autors hier sicherlich ein gewisses höheres Risiko eingeht, lässt sich dies meiner Meinung nach leicht nachsehen.


 Die Geschichte, soviel sei Verraten, endet eher antiklimatisch, es gibt keine wirklich überraschende Wendung zum Ende hin und mir stellte sich das Gefühl ein das der Autor hier besser beraten gewesen wäre hätte er das Ganze auf eine Kurzgeschichte oder Novelle Konzentriert. Trotzdem gilt als Fazit das Daniel F. Galouye zu den Autoren gehört die jeder ernsthafte SF-Fan gelesen haben sollte, insbesondere möchte man ihn dabei natürlich, siehe oben, den Philip K. Dick Fans nahelegen.

 Mein Dank an den Mantikore Verlag, dafür das sie diesen Klassiker der SF wieder einem deutschen Publikum verfügbar machen und für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar.

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* Als zweiteiliges Fernsehspiel Welt am Draht, von Reiner Werner Fassbinder in1973, und
  unter dem Titel The Thirteenth Floor, von Josef Rusnak (Produzent Roland Emmerich) in 1999.

Mittwoch, 7. Juni 2017

Mort(e)








Mort(e), Robert Repino
(Luzifer Verlag, 2016)


Kurzinhalt:
 Der »Krieg ohne Namen« hat begonnen, und sein Ziel besteht darin, die Menschheit auszurotten. Eingefädelt wurde er von der Kolonie, einer Rasse intelligenter Ameisen, die über Jahrtausende hinweg heimlich eine Armee aufgebaut haben, um die menschlichen Zerstörer und Unterdrücker für immer von der Erde zu tilgen.
Unter den wachsamen Augen der Kolonie soll eine Utopie frei vom Hang der Menschen zu Gewalt, Ausbeutung und religiösem Aberglauben entstehen. In einem letzten Schritt ihrer Kriegshandlungen verwandelt die Kolonie die Tierwelt auf der Erde in zu Höchstleistungen fähige Zweibeiner, die sich erheben und ihre Herren vernichten sollen.

 Mort(e), ein ehemaliger Hauskater, der zum Kriegshelden avancierte, ist berüchtigt dafür, die gefährlichsten Aufträge anzunehmen und gegen die gefürchtete menschliche Biowaffe EMSAH anzukämpfen. Was ihn jedoch tatsächlich zu derartigem Draufgängertum treibt, ist seine andauernde Suche nach jemandem, mit dem er vor der Verwandlung befreundet gewesen war: der Hündin Sheba.
 Als er die Nachricht erhält, dass Sheba noch am Leben sein soll, tritt er eine Reise an, die ihn von den verbliebenen menschlichen Festungen ins Herz der Kolonie führt, wo er von den Ursprüngen von EMSAH und dem endgültigen Los aller Lebewesen der Erde erfahren wird.


"Die Kreaturen draußen blickten von Schwein zu Mensch, und von Mensch zu Schwein, und zurück von Schwein zu Mensch; doch es war bereits unmöglich zu sagen wer welches war."
― George Orwell, Farm der Tiere

 Wir folgen im Buch Sebastians „erwachen“, seinem Vordringen in das Kriegsgebiet auf der Suche nach der verlorenen Sheba, seiner Gefangennahme durch und späteren Aufnahme in die Red Sphinx, erleben den Beginn vom Aufbau einer Zivilisation der Tiere, und das letzte Aufbäumen der Menschheit.

 Hierbei konstatiert der Kater wie der Aufstand gegen die Grausamkeit der Menschen, sich letzten Endes nur in Grausamkeiten gegen die Menschen ergeht. Wie bei Orwell lässt sich bald nicht mehr sagen wer nun wer ist, denn Tiere wären eben doch nicht die besseren Menschen, scheint einem das Fazit des Autors zu sein.

 Repino reflektiert über unseren Umgang mit der Natur, mit Haus- und Nutztieren und über den Sinn einer Revolution, wenn diese sich am Ende doch nur der selben Methoden bedient, gegen die man einst so stolz zu Felde zog.
So ganz nebenbei geht es noch um Sinnsuche und religiösen Extremismus.

 Mort(e) von Autor Robert Repino ist sprachlich wie stilistisch nicht ganz so ausgefeilt wie man sich dass, vor allem angesichts der philosophischen Ansätze, eventuell wünschen könnte. Der Autor schreibt in kurzen, einfachen Sätzen und wechselt kurze actionbetonte Passagen mit längeren Erzählenden, was die Geschichte, obwohl durchaus spannend zu lesen, mit einer gewissen Trägheit fortbewegt und ihr Potential nie ganz auszuschöpfen lässt.
Hier illustriert Repino den Wahrheitsgehalt der „show don’t tell“-Regel (in etwa: zeigen nicht sagen).

Aber als Fan apokalyptischer SF kann man mit der Geschichte seinen Spaß haben, so man bereit ist sich auf die Prämisse einzulassen ohne deren wissenschaftliche Basis großartig zu hinterfragen – in dieser Beziehung ist Mort(e) natürlich dass was Autor Norman Spinrad abfällig als reine Fantasy tituliert hätte.
 Repino entwickelt seine Story jedoch konsequent und innerhalb der gesetzten Parameter durchaus logisch fort. Das Geheimnis um die Seuche EMSAH hält dabei mühelos den Spannungsbogen der Geschichte aufrecht, bis hin zur ebenso simplen wie logischen Auflösung.
Die Frage um das Schicksal von Sheba, die fast Liebesgeschichte im Buch, liefert einen dramatischen Unterbau und hilft einem bei der Identifikation mit Mort(e) als Charakter.

 "Sebastian entschied Mort(e) genannt zu werden. Namen waren eine sehr wichtige Sache.
 ... Sebastians basierte auf einem Wort, das ihm mal in einer der alten Bibliotheken begegnet war und Tod bedeutete. Er war gestorben, hatte getötet und würde wieder töten. Also passte der Name. Dieser konnte aber auch der eines gewöhnlichen Typen namens Mort sein, der bedeutete, von Liebenden umgeben zu sein. Dieses Leben war noch da draußen, aber es musste warten, daher die Notwendigkeit, das E in Klammern zu setzen. Die Dinge könnten in die eine oder andere Richtung verlaufen. Sie verliefen immer in die eine oder andere Richtung."

 Das Buch wird gerne und oft als von Lobgesang auf Leibwitz inspiriert bezeichnet, worüber ich allerdings wenig sagen kann, da ich Lobgesang nie gelesen habe, und die Anlehnung an Orwells Farm der Tiere ist vom Autor offen zugestanden.
 Letztere zeigt sich zum einen in Mort(e)s Wahrnehmung der Tatsache das die Tiere sich nun, da sie Intelligenz besitzen, zunehmend wie die Menschen verhalten. Die Red Sphinx, eine Eliteeinheit gebildet von Katzen, denen sich Sebastian gezwungenermaßen anschließen muss auf seiner Suche nach Sheba, zeigt Argwohn gegenüber allen Nicht-Katzen, und in den Siedlungen welche am Ende des Krieges entstehen zeigt sich die selbe Neigung zu Vorurteilen gegenüber Vertretern anderer Rassen.
 Zum anderen zeigt sich die Anlehnung gegen Ende hin im offenen hat tip, wenn es gerade das Schwein Bonaparte* ist, als einziges „Beutetier“ eine Art Maskottchen der Red Sphinx die sich nach dem Krieg auch anderen Spezies öffnen, welches in einer praktischen Umkehrung der Schlüsselszene aus Farm der Tiere seinen Kameraden gegenüber Mort(e)s Beobachtungen laut Ausdruck verleiht.

 Persönlich neige ich dazu die Geschichte als ein Kind von Farm der Tiere und Formicula zu sehen, mit Phase IV als Pate. Überhaupt, wer ein Fan vor allem jener SF-Filmklassiker ist, kommt um Mort(e) kaum herum. Das Bild einer dem Untergang geweihten Menschheit im Kampf gegen hoch technisierte, panzergroße Ameisen lässt das Fanherz höher schlagen, auch wenn der eigentliche Krieg leider eher kurz abgehandelt wird.

Man muss es Robert Repino schon anrechnen, sprachlich arbeitet er ohne große Feinheit, aber er schafft es seiner Geschichte multiple philosophisch mahnende Anklänge zu verleihen, ohne sie je damit zu überladen – am Ende belibt Mort(e) ein großes Abenteuer, das ungeachtet gewisser Längen bis zum Schluß gut Unterhält.

 Wer übrigens den Endzeit Comic Solo von Oscar Martin kennt und mag, sollte Repinos Buch ebenfalls einen Blick gönnen. Die beiden Schlagen in eine sehr ähnliche Bresche, wobei sich Martin, ein Stück weit defätistischer und Blutiger, auf ein Mad Max Szenario baut.

Auch dem Luzifer Verlag gebürt an dieser Stelle Lob, mit Mort(e) hat der Verlag einen ungewöhnlichen, lesenswerten SF Roman dem deutschen Lesepublikum zugänglich gemacht und die Covergestaltung gefällt mir hier tatsächlich einen Tick besser noch als das US-Original.
Die Übersetzung weist zwar manche Schwächen auf, die aber dem Lesevergnügen keinen Abruch tun.

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* Offensichtlich benannt nach Napoleon, dem Anführer der Tiere in Orwells Farm der Tiere.
Beziehungsweise, in der Logik des Buches, von Bonaparte hier nach ausgewählt.
 Spoiler
 Bonaparte ist der einzige überlebende aus seiner Farm, und hat die Graussamkeit des Überlebenskampfes und des "Recht des Stärkeren" am eigenen Leib erlebt, das er sich nach dem Schwein aus Orwells Buch benennt, ist eine treffende Darstellung seines Schuldkomplexes und wie er sich und diese Herrschaft der Tiere in dieser neuen Welt wahrnimmt.
 Spoiler

Freitag, 2. Juni 2017

Klare Sache das... (II)


 Das kommt ihm jetzt vieleicht persönlich vor, ist es aber nicht, ich arbeite mich nur gerade durch meine Romane aus dem Luzifer Verlag, und dabei stoße ich eben auf solcherlei Stilblüten.
Auch hier gilt: Übersetzung Andreas Schiffmann (aus Mort(e), von Robert Repino).
 "Stattdessen griff sein Herr mit erhobener Klinge an.
  Sebastian hielt den Atem an und fuhr am Lauf entlang, bis sein Finger den Abzug erreichte. Er feuerte. Der Schuss riss ein glänzendes Loch in seine Brust und stieß ihn unter sprühend rotem Nebel zu Boden. Das Messer wirbelte durch die Luft, bevor es klappernd auf der Küchentheke landete. Daniel bewegte seinen Mund im vergeblichen Versuch, zu sprechen."

 Also wie jetzt?
Sebastian drückt ab, bläst sich ein Loch in den Körper und Daniel stirbt daran... auch wenn der Absatz so aufgebaut ist, was der Übersetzer wirklich schreiben wollte, ist das Sebastian auf Daniel schießt und dieser mit einem Loch in der Brust zu Boden geht.
Genau so steht es im original Text:
 "He fired. The blast opened a glistening hole in the man's chest, dropping him to the floor beneath a spray of red mist."

 Dies ist zudem leider kein Einzelfall im Buch, in zumindest einem weiteren Absatz unterläuft dem Übersetzer noch so ein Schnitzer. Das verwundert, denn wenn man Repino's Werk im Original betrachtet, muss man feststellen dass der Autor sich kurzer Sätze in simpler Sprache bedient - Mort(e) war sein Debutroman - welche kaum Übersetzungshürden schaffen dürften.

Samstag, 27. Mai 2017

Projekt Luna








 Projekt Luna, Algis Budrys
(1965, Heyne)


 In den frühen sechziger Jahren gelingt es den Amerikanern den Sieg im Raumfahrtwettlauf zu erringen, sie landen vor den Russen auf dem Mond. Dort findet sich ein geheimnisvolles, unerklärliches Labyrinth, offenbar das Artefakt einer außerirdischen Zivilisation. Es ist einem Menschen möglich in das Artefakt einzutreten, doch kann er es nicht auf demselben Weg verlassen – nur tote Materie kann in beide Richtungen bewegt werden. Im Inneren bedeutet jede falsche Bewegung den Tod, jeder Schritt, jedes Plus an Information wird mit einem Menschenleben bezahlt - bis man eine Lösung für das scheinbar unlösbare Problem gefunden glaubt.
 Eine Bahnbrechende Erfindung erlaubt es einen Menschen auf der Erde abzutasten und als Information auf den Mond zu senden um ihn dort wiederherzustellen, während er mit einer Kopie seines Körpers auf der Erde verbunden bleibt; doch die Todeserfahrung ist zuviel für den menschlichen Geist, die Testpersonen verlieren den Verstand beim Tod ihrer Kopie.
Darum beschließt man auf einen Todessehnsüchtigen zurückzugreifen...


 Budrys’ Roman habe ich vor rund dreißig Jahren mit Begeisterung verschlungen, die Geschichte wartet mit einem intelligenten Gedankenspiel auf welches SF und Horror nachhaltig beeinflusst haben. Die Idee eines hermetisch abgeriegelten Komplexes, eines mit Fallen gespickten, tödlichen Irrgarten durch den sich die Protagonisten einen Weg kämpfen müssen, ist inzwischen ein beliebter Genre Standard.
 Persönlich wage ich die Vermutung aufzustellen dass Projekt Luna auch den Autoren des Erfolgsfilms The Cube geläufig gewesen ist, und sie zu ihrer eigenen Version der Geschichte inspiriert haben dürfte.

 Leider beginnt und endet hiermit mein Lob für Budrys’ Erzählung auch schon.
Beim erneuten Lesen der Geschichte stehe ich etwas ratlos da, was die Faszination für mein jüngeres Selbst daran ausgemacht haben mag. Dabei ist es keineswegs die aus heutiger Sicht geradezu lächerlich wirkende Technik welche den Roman runiert, das Bild einer Maschine die einen Menschen für einen späteren Abruf  auf Magnetband speichert, muss selbstverständlich Antiquiert wirken.
 Es ist vielmehr dass Budrys zwar diese faszinierende Idee in den Raum wirft, sie für ein paar  Kapitel auch Atmosphärisch ausgestaltet, die Neugier des Lesers darauf weckt was da auf dem Mond steht, uns gerade genug Details über die Tode früherer Versuchspersonen gibt um uns ein angenehmes Gruseln zu bereiten... dann aber jegliches Interesse an einer Fortentwicklung seiner Geschichte verliert und sich nur noch im pseudo-psychologischen Schlagabtausch seiner Charaktere über den „Wert eines Mannes“ ergeht.
 Hundert Seiten Schwanzvergleich später kehrt der Autor zwar noch einmal zurück zu seinem Mondartefakt, aber es scheint ab da nur ein Nachgedanke.

 Der gesamte Inhalt, soweit er sich auf das tatsächliche SF Element bezieht wird vom Autor etwa ab der Hälfte des Romans in zwei Dialogblöcken eingebracht, welche eigentlich alles beleuchten was der Autor hierzu sagen wollte:
 »Hören Sie, Doktor«, sagte Barker und schlug mit der flachen Hand auf den Ordner, »wenn man diesen Berichten glauben will, kann eine bestimmte falsche Bewegung bedeuten, daß ich in meinem Anzug verblute, ohne nachher Anzeichen von Gewaltanwendung aufzuweisen. Mache ich dagegen eine andere, bin ich von der Hüfte ab gelähmt, so daß ich auf dem Bauch weiterkriechen muß. Aber das wiederum scheint dieses Ding zu reizen, denn es zerquetscht mir plötzlich den Schädel, als sei er eine überreife Tomate. Und so geht es fröhlich weiter …
   Wenn ich nicht wie ein Seiltänzer auf jeden Schritt achte und gleichzeitig im richtigen Augenblick am richtigen Ort bin, erreiche ich nicht einmal die Grenze des bisher erforschten Gebiets. Mit anderen Worten — ich habe nicht die geringste Aussicht, dieses Gebilde lebend zu verlassen.«
   Hawks nickte. »Selbst wenn Sie gar nichts tun, sind Sie nach zweihundertzweiunddreißig Sekunden ein toter Mann«, stimmte er dann zu. »Selbst wenn Sie sich nicht von der Stelle rühren, läßt das Gebilde Sie nur so lange am Leben wie Ihren Vorgänger. Diese Zeitspanne wird größer, je weiter Sie vordringen. Wir wissen allerdings nicht, warum es sich durch menschliche Anstrengungen dazu bewegen läßt. Es ist sogar wahrscheinlich, daß das nur eine Zufallserscheinung seines eigentlichen Zweckes ist — wenn es überhaupt einen hat.
   Vielleicht ist es das außerirdische Gegenstück zu einer weggeworfenen Konservendose. Weiß ein Käfer, daß er nur von einer Seite in ihr Inneres gelangen kann, wenn er sie vor sich liegen sieht? Begreift der Käfer, warum es schwieriger ist, an den Wänden entlangzukriechen, anstatt einer geraden Linie zu folgen? Kann man den Käfer als dumm bezeichnen, wenn er annimmt, daß die Menschen die Dose absichtlich an diese Stelle gelegt haben, um ihn zu quälen? Oder kann man sein Verhalten egozentrisch nennen, wenn er sich einbildet, die Dose erfülle nur den Zweck, ihm ein Rätsel aufzugeben?
   Für den Käfer wäre es am besten, wenn er die Dose, so gut er eben kann, auf die für sie geltenden Gesetzmäßigkeiten untersuchen würde. Diese Methode setzt natürlich einige Intelligenz voraus. Aber dafür besteht die Möglichkeit, daß der Käfer nach einiger Zeit sogar herausbekommt, wer die Dose weggeworfen haben könnte.«
 Budrys nimmt hier eine in der SF wiederkehre Frage ins Visier. Wenn wir mit einem uns unbekannten Objekt konfrontiert werden, welches sich unseren Erfahrung komplett entzieht, könnten wir verstehen welchem Zweck es dient?
 Beim wieder lesen der Geschichte drängt sich einem natürlich sofort der Vergleich zum oben erwähnten Film The Cube auf, der das Thema zentraler stellt und sehr viel besser Handhabt, oder zu King’s Auflösung seines Romans Arena.
 Wie gesagt, leider ist dies, bis kurz vor Ende, alles was wir tatsächlich über das Artefakt zu hören bekommen, und auch wenn dieser Abschnitt alles enthält was wir darüber wissen müssen, Enttäuscht es einen als Leser. Bei GoodReads bin ich allerdings auf den Hinweis gestoßen das Budrys Geschichte ursprünglich wohl nur eine Kurzgeschichte war, welche später erst auf Roman Länge erweitert wurde.
Was jedoch der Autor hierfür als Füllstoff in die Geschichte wirft, dass Ärgert nur:
 »Frauen …«, sagte Hawks ernsthaft, »Frauen waren mir immer ein Rätsel. Ich brauchte nicht sehr lange, um herauszubekommen, daß das Leben nicht so ist, wie es in gewissen Büchern dargestellt wird. Nein, da gab es noch etwas anderes — was, weiß ich heute noch nicht, aber jedenfalls hängt es mit Frauen zusammen. Damit meine ich allerdings nicht die rein physische Seite des Problems, sondern eine speziell weibliche Eigenart, die ich nie begreifen konnte.
   Ich konnte nicht begreifen, welchen Zweck diese vernunftbegabten Wesen erfüllten, die neben den Männern existierten. Wenn Frauen nur dazu da waren, um die Fortpflanzung der menschlichen Rasse sicherzustellen, wozu brauchten sie dann Intellekt? Dazu genügen schließlich Instinkte. Dabei besaßen sie diese Instinkte, wozu also die Intelligenz? Ich habe dieses Problem nicht lösen können. Es ist mir immer noch ein Rätsel.«
 Das einzig nennenswerte dass mir zu dieser und ähnlichen Passagen einfällt, ist wie erschreckend sie etwas ähnelt das eine andere Leserin zu Larry Nivens Known Space Universum angemerkt hat, dass er der einzige SF Autor ist, in dessen Werk es gleich drei außerirdische Rassen gibt bei denen die Weibchen über keinerlei Intelligenz verfügen.
In unserem Zeitalter, wäre Hawks, wie auch Nivens Aliens, ein Talibanfreund geworden.


 Ein weiterer, kleiner Kritikpunkt am Ganzen ist eine recht missverständliche Passage im Buch:
 »Salve Caesar, morituri te salutant«, sagte er, als er durch das Tor ging. »Wir erhöhen Ihren Ruhm durch unseren Tod.«
   Hawks runzelte die Stirn. »Ich habe in der Schule auch Latein gehabt«, sagte er. »Stecken Sie sich Ihr Abzeichen an und kommen Sie mit.«
 Für jemanden der mit dem lateinischen Ausspruch „Ave Caesar, die dem Tod geweihten grüßen dich“ nicht vertraut ist, stellt sich Barkers Zusatz wie eine Übersetzung dar, und es bleibt unklar ob Budrys dies mit Absicht tat oder sich selbst der genauen Bedeutung unklar war. Ein Blick in den Originaltext zeigt zumindest dass der Übersetzer den Austausch aus Budrys’ Version korrekt im Deutschen wiedergibt.

Donnerstag, 25. Mai 2017

75 years of Casablanca

 
Heute vor 75 Jahren fiel der Startschuß zu Casablanca.


Nun ja, genaugenommen fiel der schon früher, und zwar als die Autoren Murray Burnett und Joan Alison sich daran setzten das Stück Everbody comes to Rick's zu verfassen.
Dieses landete nach der Ablehnung durch diverse Studios, letztendlich bei Warner Brothers
 It wouldn't have been the same movie, not only because it would have starred Gary Cooper at Paramount, Clark Gable at M-G-M, or Tyrone Power at Fox but because another studio's style would have been more languid, less sardonic, or opulently Technicolored.*
 und dort begann am 25.05.1942 der erste Drehtag an dem Film der für das Studio Geschichte schreiben sollte.


 Durch Casablanca wurden Richard Blaine und Ilsa Lund Teil der unsterblichen Hollywoodliebespaare, obgleich der Film  für die beiden Hauptdarsteller nur eine weitere Vertragsarbeit darstellte.
Dies nimmt sich ein wenig Ironisch für den Darsteller des Rick aus, schrieb doch ein Kritiker einst über den jungen Humphrey Bogart er sei in der Rolle des Liebhabers fehlbesetzt - nun, die Rolle des herzgebrochenen Zynikers zumindest war im wie auf den Leib geschneidert.

"We'll always have Paris. We didn't have- we... we'd lost it until you came to Casablanca."

 Entgegen der Legende, war Casablanca keine der klein Produktionen des Studios, binnen Wochenfrist abgedrehte Streifen die oft nur wenige Wochen zirkuliert wurden und dann im Archiv verschwanden. Das gehobene Budget und der Eifer mit dem Studio Chef Jack L. Warner sich darum bemühte Ingrid Bergman von David O. Selznick ausgeliehen zu bekommen für die Rolle der Ilsa Lund spricht dagegen.
 Trotzdem konnte man damals natürlich nicht ahnen das man im Begriff war einen der populärsten Hollywood Filme zu drehen welcher immer noch fester Bestandteil vieler Top 100 Listen ist.

 Was macht Casablanca aus, das es so lange in den Köpfen und Herzen der Zuschauer überlebt hat?
Die brilliante Cast hat sicher ihres dazu beigetragen, Bogart und Bergman, das Filmliebespaar ohne Zukunft, Claude Rains als aalglatter Polizeichef, sowie Paul Henreid und Conrad Veidt, es fehlt dem Film nicht an Stars, mit Sidney Greenstreet und Peter Lorre ist der Film bis hinein in die Nebenrollen perfekt besetzt. Der offen politische Ton des Films dürfte vor allem den Geist des amerikanischen Publikums jener Tage getroffen haben.

Warner, ein Patriot durch und durch, fand hier vor allem Unterstützung durch den Drehbuchautor Howard Koch. Dass der politische Ton hierbei abgefedert wurde durch seine Co-Autoren, namentlich den Epstein Brüdern, dürfte dem Erfolg des Filmes geholfen haben.
Und in einzelnen Dialogzeilen gelingt auch die perfekte Symbiose zwischen Kochs Bestreben eine politische Botschaft zu senden und dem Bestreben der Epstein Brüder dem Film mehr Humor zu verleihen:
"Captain Renault: Carl, see that Major Strasser gets a good table, one close to the ladies.
 Carl: I have already given him the best, knowing he is German and would take it anyway.
"
 Das Drama einer großen unerfüllten Liebe, die geschickte Mischung aus Humor und politischer Botschaft, das exotische Setting und die Chemie zwischen den Darstellern, all dies zusammen ist es das Casablanca zu einem Zeitlos unterhaltenden Werk gemacht hat.


 Dazu bescherte uns Casblanca ein paar der berühmtesten Filmzitate, von "Ich schau dir in die Augen, kleines" (Original: "Here's looking at you, kid") bis zu "Play it again, Sam" (Spiel es nochmal, Sam), einem der bekanntesten nie im Film selbst vorkommenden Filmzitate. Ein "Play it again, Sam" ist jedoch wohl griffiger und universeller verwendbar (ganz zu Schweigen von einfacher zu behalten) als "Play it once, Sam, for old times sake".

 Ein beachtlicher Erfolg für das Autoren Duo Burnett & Allison, und ein unproduziertes Theaterstück. Erst viele Jahre später sollte es Burnett gelingen sich die Rechte an seinem Stück zurückzukaufen und es endlich zur Aufführung zu bringen, mit nur mäßigem Erfolg.
Der Film hingegen, wurde Kult und insprierte nicht nur unzählige Persiflagen - dem jüngeren Publikum dürfte zumindest Hot Shots II geläufig sein - er fand auch unter anderem Verwendung in Larry Nivens Kzin Wars Romanen, Jerry Pournelle & S. M. Stierling versetzen hier die Filmstory in ihrem Beitrag zu Man Kzin Wars II kurzerhand auf ferne Welten.


"Louie, I think this is the beginning of a beautiful friendship"

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 * Zitat entnommen aus dem Buch Verhaften sie die üblichen Verdächtigen von Aljean Harmetz.
     Dialog Zitate entstammen dem Film, Script: Howard Koch, Julius & Philip Epstein.

Dienstag, 16. Mai 2017

Klare Sache das...


 Beim stöbern im Netz stößt man in englischsprachigen Fori ganz gerne auf die Aussage „Ich mag die Deutsche Sprache weil sie klar und geordnet ist.“ Aber dann begegnen mir in schöner Regemäßigkeit Sätze die mir dazu ein „Ach, wirklich?“ abringen.
Wie dieser, aus Jeremy Bates’ Suicide Forest (Luzifer Verlag, übersetzt von Andreas Schiffmann):
 Ich warf Mel, die neben mir auf ihrer Unterlippe kaute und den Kopf nach vorne geneigt hatte, um zu sehen, wohin sie trat, einen intensiven Blick zu.
Wie, kaut er mit auf ihrer Unterlippe und sie daneben, oder was?